Buch-Besprechung: Zen-Beyond all Words
Startseite > Zen-Meister Zensho > Bücher > Zen - Beyond ... > Buch-Besprechung"Zen, Jenseits aller Worte" ist eine kleine Schatzkiste, die nur 94 Seiten lang ist. Die Edelsteine, welche in ihren Seiten leuchten, sind mit absoluter Einfachheit poliert. Wenn man es mit einem stillen Geist liest, so drängt einen der prosaische Reichtum wieder und wieder, das Buch nieder zu legen, aus dem Fenster auf die Sonne zu sehen, auf die Bäume, auf die Blätter; wartend, beobachtend. Es geschieht nur in diesem Zustand von "Geistesfülle", dass das Gelesene lebendig wird in einem Moment stiller Belehrung. Der Ton ist erfrischend und nicht didaktisch. Die Authentizität der Stimme des Autors bewirkt, dass man die Wahrheit seiner Beobachtungen nicht anzweifelt. Anstelle dessen werden dem Leser feine Lederbeutel angeboten, mit welchen er seine eigene Wahrnehmung reinigen kann, inmitten seiner Worte der Wahrheit.
Der Autor Zensho betont wieder und wieder, dass kein Dogma geduldet werden kann, dass es keinem Weg zu folgen gilt, nichts, was auch immer zu tun wäre, sondern das alles gelassen werden muss. Selbst im Geschehenlassen gibt es nichts, das man bewusst täte. Wenn ein Mönch sich eifrig an Zenmeister Joshu wendet und kund gibt: "Schau, ich habe alles losgelassen. Es ist nichts in meinem Bewusstsein zurück geblieben. Was sagst du dazu?", so gibt Joshu die unerwartete Antwort: "Dann wirf es weg!" Der erstaunte Mönch antwortet: ". . .Was ist noch verblieben, das ich wegwerfen könnte?" Joshu antwortet: "Wenn das so ist, dann musst du es weiterhin tragen." Wie Zensho erklärt: "Das Loslassen, das du machst, wird sich verwandeln in ein Loslassen, das dich zurückhält. Du wirst zum Gefangenen deines selbstgemachten Loslassens. Der unzerstörbare Geist ist nur dann gegenwärtig, wenn kein Anhaften besteht.
"Ohne Anstrengung, entspannt, natürlich.., fließt das Tao wie das Wasser, wenn du mit dem Tao im Einklang bist, dann fließt du mit. Alles was wir hinzufügen stoppt den Fluss, bewirkt so unseren grundlegenden menschlichen Schmerz. Unterscheidung tötet uns, denn es trennt denjenigen, der denkt vom Gedanken, denjenigen, der fühlt von der Emotion. In einer technologischen, auf das moderne Heute zugeschnittenen Version von Platos Höhlengleichnis, spielt Zensho darauf an, dass das Leben wie ein Film ist, den wir ansehen, den man mit seinen eigenen Gedanken nicht stoppt, sondern dem man erlaubt ungeachtet dessen abzulaufen, bis zu seinem Ende, wo das klare Licht der weißen Leinwand ist. Er sagt: "Es ist wie die Filmleinwand auf welcher alle Projektionen, Formen, Bilder und Bewegungen stattfinden. Der Geist selbst bleibt unberührt, ungeachtet dessen was geschieht." So viel menschliches Leid undSuchen rührt her von der eigenen Anstrengung.
Zen-Meister Zensho's Botschaft ist, dass es nichts zu verbessern gibt: "Alles
ist gut, gerade so wie es ist... Die Freude ist da, sobald du alles, was du
für wichtig hältst fallen lässt."
Solch Feinheit des Teilhabens ist selten - und so erfrischend willkommen - wo
die Lasten von Tun und Verspannen, Erreichen und Vollenden in den Geschäftszentren
spiritueller Erleuchtung im Überfluss vorhanden sind. "Erwachen heißt
frei sein von allen Konditionierungen. Es ist nicht so, dass du von den Dingen
frei wirst, es ist vielmehr so, dass du frei wirst von der falschen Betrachtungsweise
den Dingen gegenüber. "Zen, Jenseits aller Worte" ist ein "erfreulich"
bescheidenes, und zugleich ein außergewöhnlich weises, kleines Buch,
sehr zu empfehlen für jene mit gut fortgeschrittenem Verständnis über
die Natur des Bewusstseins. Es ist kein Buch für Anfänger, aber ein
stilles, tiefes Geschenk für diejenigen, welche willens sind, sich ihm
mit der Frische Anfängergeistes zu nähern.
Margit Jacob Bibliothek Journal
Zen-Meister Zensho ist ein deutscher Zen-Meister, dessen Buch das Ergebnis einer Reihe von Vorträgen ist, die er 1992 im Tao Chan Zentrum in Wiesbaden gehalten hat. Obwohl es ein weiteres dieser übertragenen Bücher ist, die in zunehmender Zahl von spirituellen Meistern erscheinen, fehlt es diesem an den typischen Problemen, die bei der Übersetzung von Sprache in Text auftreten. Tatsächlich, diese kleine Werk ist eine potente Mischung aus teutonischer Kraft, chinesischem Bauch und japanischem Griff. Sein direktes, nüchternes Streben nach Erleuchtung ist gewaltig und mächtig, annehmbar und beruhigend zugleich.
Betrachten Sie beispielsweise die kraftvollen Unterweisungen in Anbetracht des Augenblicks des Todes im Kapitel 5, "Blitzartige Erleuchtung": "Nur derjenige wehrt sich gegen den Gedanken an den Tod, der sowieso schon geistig tot ist! . . . Dieser Augenblick des Sterbens, warum solange darauf warten? Warum nicht jetzt den mystischen Tod sterben? Jetzt! In diesem Augenblick!" Zen, Jenseits aller Worte ist weniger Konversation als ein Wegführer zur Heimkehr in den ursprünglichen Zustand deines Seins, bei der sich alle Blockaden lösen."
Zensho's Vorträge haben eine Unmittelbarkeit, mit der sie die Lehren der chinesischen Meister des Zen Buddhismus- der Vorgänger des japanischen Zen - mit einfallsreichem Einblick hervorbringen.
Publishers Weekly
nach oben